Hypothek im Ruhestand: Klug oder riskant?

Die Frage, ob es klug ist, nach der Pensionierung eine Hypothek aufzunehmen, beschäftigt viele, die im Ruhestand einen Wohnortwechsel in Erwägung ziehen. In Anbetracht dessen, dass im Jahr 2023 mehr als ein Drittel der Hauskäufer im Alter zwischen 59 und 98 Jahren lag – und die meisten davon ihre Käufe finanzierten – ist dies ein hochaktuelles Thema.

Der Wechsel von einem festen Gehalt zu einem Ruhestandseinkommen, das aus verschiedenen festen und variablen Quellen besteht, kann die Übernahme einer neuen großen finanziellen Verpflichtung wie einer Hypothek komplizierter machen. Besonders jetzt, wo Hypothekenzinsen um die 7% liegen und die Immobilienpreise weiter steigen, ist die Aufnahme einer Hypothek kein leichtfertiger Schritt. Laut Finanzberater Jim Stork erhöht die Aufnahme von Schulden generell die finanziellen Risiken.

Das Alter an sich hat keinen Einfluss auf die Möglichkeit, eine Hypothek zu bekommen. Vielmehr prüfen Geldgeber die Fähigkeit zur Rückzahlung der Hypothek auf Basis verschiedener Einkommensarten. Melissa Cohn, eine führende Figur im Hypothekenbereich, weist darauf hin, dass das Einkommen entscheidend ist – und hier zählen nicht nur Gehälter, sondern auch Sozialversicherungsleistungen, Renten, Partnerschaftsleistungen, Behinderungsleistungen, Einnahmen aus Zinsen und Dividenden sowie das Vermögen aus 401(k) oder IRA.

Wenn Einkommen teilweise steuerbefreit ist, kann dies den Geldgebern gegenüber eine höhere Summe darstellen. Dabei gibt es verschiedene Methoden, um das Einkommen aus Ersparnissen zu berechnen. Eine dieser Methoden ist der Vermögensverbrauchsansatz, bei dem die Gesamtsumme des Vermögens durch die Laufzeit der Hypothek geteilt wird, um ein monatliches Einkommen zu kalkulieren. Eine andere Möglichkeit besteht darin, ab einem bestimmten Alter monatliche Auszahlungen aus der IRA oder 401(k) zu tätigen, die als Einkommen angerechnet werden können.

Zudem ist die Schuldenquote ein wichtiger Aspekt, den Hypothekengeber überprüfen. Ihre Schuldenquote setzt sich aus der erwarteten Hypothekenzahlung und allen weiteren Verbindlichkeiten, wie Kreditkarten-, Studien-, Auto- oder andere Schulden, zusammen. Es wird empfohlen, die Schuldenbelastung unter den gängigen Grenzwerten zu halten, um sowohl die Geldgeber zu beruhigen als auch die eigene finanzielle Sicherheit zu gewährleisten. Ein guter Kreditwert kann zudem zu niedrigeren Hypothekenzinsen führen.

Vor der Beantragung einer Hypothek ist es ratsam, sich mit den zu erwartenden Einkommen und Ausgaben im Ruhestand auseinanderzusetzen, da die meisten Rentner einen Einkommensrückgang verzeichnen. Während einige Kosten, wie Pendelzeiten, sinken können, steigen andere mit der Zeit an, darunter Gesundheitskosten, Grundsteuern, Hausversicherungen und Energiekosten. Dr. Lori Trawinski rät auch dazu, die Möglichkeit eines Einkommensverlustes durch den Tod des Partners zu berücksichtigen.

Man sollte auch in Betracht ziehen, in einer neuen Gegend zunächst zur Miete zu wohnen, um einen besseren Eindruck von den Lebenshaltungskosten zu bekommen. Darüber hinaus sollte man unnötige Schulden im Ruhestand vermeiden und sich bewusst sein, dass Hypothekenzahlungen konstant bleiben, während Marktbedingungen, Investitionserträge und Gesundheitsanforderungen variieren können. Wer dennoch eine Hypothek aufnimmt, sollte einen ausreichenden Betrag anzahlen, um zusätzliche Versicherungskosten zu vermeiden.

Auch die Fähigkeit, den Hausunterhalt zu managen und zu bezahlen, ist zu berücksichtigen. Schließlich empfiehlt es sich, die Hypothekenzinsen mit den möglichen Rücklagen zu vergleichen, insbesondere im aktuellen Zinsumfeld.

In diesem Artikel wurden die komplexen Überlegungen zur Aufnahme einer Hypothek im Ruhestand dargelegt, und wir danken dem Autor des Originalartikels für diese wertvollen Einblicke.

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