Baukrise 2024: Nachfrage sinkt, Lösungen nötig

Die Bauindustrie sieht sich momentan mit einer nachlassenden Nachfrage konfrontiert, die durch eine anhaltende Krise im Wohnungsbau bedingt ist. Gründe hierfür sind unter anderem die gestiegenen Zinsen, hohe Kosten für Bau und Grundstücke sowie eine allgemeine Verunsicherung. Matthias Frederichs, der Hauptgeschäftsführer des bbs, hat festgestellt, dass die erhoffte Erholung leider ausgeblieben ist und die bereits schwachen Zahlen aus den Vorjahren noch weiter unterschritten wurden.

Dies trifft vor allem auf die Bereiche der Baustoffindustrie zu, die hauptsächlich den Wohnungsbau beliefern, wie beispielsweise die Hersteller von Kalksandstein, Porenbeton oder Ziegeln. Im Januar und Februar musste hier ein Produktionsrückgang von bis zu 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hingenommen werden. Auch wenn ein Teil des Rückgangs auf vorgezogene Wartungsarbeiten und Aufholprozesse zurückzuführen ist, liegt die Hauptursache in der schwachen Konjunktur im Bauwesen. Die düstere Prognose spiegelt sich in den neuesten Zahlen zu den Baugenehmigungen wider, die im Februar 2024 um 18,3 Prozent gesunken sind.

Frederichs gibt zu bedenken, dass Baugenehmigungen erst mittelfristig die Nachfrage stimulieren werden und dass die derzeitigen Zahlen darauf hindeuten, dass die Baubranche die Krise kurzfristig nicht meistern wird. Obwohl sich die Unternehmen darauf einstellen, dass die Nachfrage nach Baustoffen zukünftig wieder steigen wird, befinden sich viele von ihnen in einem Krisenmodus und passen sich den ökonomischen Bedingungen an, was auch zu einem Beschäftigungsrückgang von drei Prozent geführt hat.

Um die Bautätigkeit zu fördern, müsse das Bauen schneller und kostengünstiger werden. Der Baustoffverband sieht in den Bauzinsen einen Schlüsselfaktor. Ein umfangreiches Programm zur Zinsverbilligung könnte hier einen wesentlichen Beitrag leisten, um den Bau wieder anzukurbeln.

Darüber hinaus sollten sämtliche Baunebenkosten überprüft werden. Frederichs weist darauf hin, dass sowohl bei den Neubauzahlen als auch bei den notwendigen Sanierungsquoten für bestehende Gebäude und Infrastruktur erheblicher Nachholbedarf besteht. In der gegenwärtigen Situation sei es unumgänglich, die Fördermittel zu erhöhen und die Baunebenkosten dauerhaft zu senken.

Dies sind die Einschätzungen von Matthias Frederichs, dem Hauptgeschäftsführer des bbs, der die aktuellen Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze für die Bauindustrie beleuchtet.

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