Historisches Rathaus Frankfurt (Oder) erstrahlt neu

Nach vierjährigen Umbauarbeiten und mit Kosten, die letztendlich rund 36 Millionen Euro betrugen, öffnete das historische Rathaus von Frankfurt (Oder) am Mittwoch erneut seine Türen. Die ursprünglich kalkulierten 27 Millionen Euro wurden durch Einflüsse wie die Corona-Pandemie und steigende Baukosten überschritten. Obgleich die Innenarbeiten noch nicht gänzlich abgeschlossen sind, zieht ein Teil der Stadtverwaltung, beginnend mit der Personalabteilung, zurück in das Gebäude. Der Stadtsprecher Uwe Meier betonte, dass noch Restarbeiten an Dach, Fußböden und Raumausstattung ausständig sind und die vollständige Abnahme durch Sachverständige erst im Juli erwartet wird.

Oberbürgermeister René Wilke und die Pressestelle werden ebenfalls in das sanierte Rathaus umziehen. Zudem freut sich die Stadt darauf, dass im neuen Trauzimmer bald wieder Hochzeiten stattfinden können. Meier hob hervor, dass mit der Rückkehr der Verwaltung an den Marktplatz auch eine Wiederherstellung der Ansprechbarkeit und Sichtbarkeit einhergeht, was für das Stadtbild und den Austausch zwischen Verwaltung und Bürgerschaft von großer Bedeutung ist.

Das Rathaus, das seine Ursprünge kurz nach der Stadtgründung im Jahr 1253 hat und im Stil der norddeutschen Backsteingotik erbaut wurde, hat seit einer schweren Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und einer anschließenden Wiederaufbau keine umfassende Sanierung mehr erlebt. Vor der Renovierung waren sogar Teile des Gebäudes aus baurechtlichen Gründen gesperrt, darunter der Stadtverordneten-Sitzungssaal wegen Einsturzgefahr.

Im Zuge der Renovierung wurde das Innenleben des Rathauses komplett umgestaltet. Der Blick erstreckt sich vom Foyer über ein helles, lichtdurchflutetes Atrium, das nun das Herzstück des Rathauses bildet. Architekt Ralf Fleckenstein erklärte, dass das neu organisierte Bürgeramt im Hintergrund liegen wird und das Atrium als Wartebereich dient. Überdies soll es als Begegnungsstätte für Kulturveranstaltungen, Podiumsdiskussionen und sogar als möglicher Ort für Public Viewing dienen.

Das Gebäude vereint moderne Architektur mit historischen Elementen. Fleckenstein wies auf die im Gebäude sichtbaren Spuren aus der Vergangenheit hin, darunter alte Säulen, Kellergewölbe und Mauerwerke aus dem 16. Jahrhundert. Durch unterschiedliche Steinformate wird die Baugeschichte des Hauses lebendig. Informative Tafeln sollen künftig zusätzliche Erklärungen bieten. Die ersten öffentlichen Führungen im sanierten Rathaus sind zum Stadtfest „Bunter Hering“ im Juli geplant.

Dieser Artikel basiert auf Informationen des Autors des Originalartikels.

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