Immobilienmarkt 2015-2023: Preise, Kosten, Trends

Der Immobilienmarkt hat in den letzten Jahren eine Achterbahnfahrt erlebt, insbesondere seit 2015. Die Immobilienpreise in den großen Städten, auch bekannt als A-Städte, und die Kosten für Bau, Material und Arbeit haben sich spürbar verändert. Der Zeitraum seit 2015 kann in vier Phasen unterteilt werden: vor der Pandemie, während der Pandemie bis zum Ausbruch des Ukraine-Kriegs, von dort bis zur ersten Leitzinserhöhung und von dieser Erhöhung bis Ende 2023.

Vor der Pandemie verzeichneten wir einen starken Anstieg der Immobilienpreise, besonders in Berlin, Hamburg und Leipzig, wobei Berlin mit einem Anstieg von 65,1 Prozent führte. Dies stand im Einklang mit einer robusten Wirtschaft und niedrigen Zinsen. Die Bau- und Materialkosten stiegen in dieser Zeit moderat, was Bauprojekte rentabel machte.

Die Pandemie brachte jedoch eine neue Dynamik. Lockdowns und Lieferkettenprobleme trieben die Preise für Materialien und Bau hoch, während das Wohnen für viele an Bedeutung gewann und die Immobilienpreise weiter anheizte. In nur zwei Jahren stiegen die Quadratmeterpreise in Düsseldorf und Hamburg deutlich, während auch die Bau- und Materialkosten wesentlich kräftiger anzogen als zuvor.

Dann kam der Ukraine-Krieg, der einen Wendepunkt darstellte. Die geopolitische Krise trieb die Kosten für Baumaterialien in die Höhe und verunsicherte Immobilienkäufer. Die Nachfrage sank, die Zinsen stiegen und die Immobilienpreise nahmen in einigen Städten erstmals seit zwölf Jahren ab. Zwischen Februar und Juli 2022 fielen die Preise in Städten wie Düsseldorf, Frankfurt am Main und München.

Die erste Leitzinserhöhung im Juli 2022 verstärkte die Zurückhaltung der Käufer und führte zu einem weiteren Rückgang der Immobilienpreise, während die Bau- und Materialkosten weiter stiegen. Dies wirkte sich negativ auf die Rentabilität von Projekten aus.

Bis Ende 2023 sanken die Preise in vielen A-Städten, wobei Berlin und Stuttgart nur einen einstelligen Rückgang verzeichneten. Im Gegenzug stiegen die Arbeitskosten geringfügig, während die Materialkosten nahezu stagnierten.

Trotz aller Schwankungen bleibt die Nachfrage nach Wohnraum hoch, angetrieben von einer wachsenden Bevölkerung und dem anhaltenden Interesse an Immobilien als Investition und Altersvorsorge. Ob der Kauf oder Bau einer Immobilie unter diesen Bedingungen noch möglich ist, hängt von vielen persönlichen und objektbezogenen Faktoren ab.

Für eine detaillierte Analyse der Entwicklungen können die Daten und Grafiken mit Verweis auf die von Poll Immobilien GmbH (www.von-poll.com) herangezogen werden. Die gesamte Analyse basiert auf dem German Real Estate Index (GREIX) und den Auswertungen des Statistischen Bundesamts, ergänzt durch Recherchen der von Poll Immobilien GmbH.

Dies ist eine Zusammenfassung der Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt und in der Baubranche, präsentiert von Daniel Ritter, dem geschäftsführenden Gesellschafter von VON POLL IMMOBILIEN.

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