Risikolebensversicherung: Schutz beim Hauskauf

Im Leben gibt es viele Versicherungen, doch nicht alle sind von gleicher Bedeutung. Besonders relevant, zumindest in bestimmten Situationen, ist die Risikolebensversicherung. Diese kann insbesondere dann bedeutsam werden, wenn nach dem Hausbau die finanzielle Last auf den Schultern beider Partner ruht.

Bei der gemeinsamen Anschaffung einer Immobilie gehen Paare oft gemeinsame Kreditverpflichtungen ein. Sollte einer der beiden unerwartet versterben, kann das für den zurückbleibenden Partner erhebliche finanzielle Schwierigkeiten bedeuten, die im schlimmsten Fall sogar zum Verkauf des gemeinsamen Zuhauses zwingen könnten. Hier bietet die Risikolebensversicherung eine Möglichkeit zur Vorsorge. Diese zahlt im Todesfall der versicherten Person eine festgelegte Summe aus, was die Rückzahlung des Kredits sichern und den Erhalt des Eigenheims gewährleisten kann, erläutert Holger Rohde von der Stiftung Warentest.

Ein Unterschied zu beachten ist der zwischen einer Risikolebens- und einer Kapitallebensversicherung. Während die erstere nur im Todesfall leistet, baut die letztere zusätzlich Kapital auf, das am Ende der Laufzeit ausgezahlt wird, falls der Versicherte noch lebt. Holger Rohde empfiehlt allerdings, in der heutigen Zeit das Versichern und Sparen zu trennen, beispielsweise durch einen ETF-Sparplan.

Es gibt unterschiedliche Modelle der Risikolebensversicherung. Eine Option ist eine verbundene Police für zwei Personen, bei der im Todesfall eines Partners der andere die Summe erhält, ohne dass Erbschaftsteuer anfällt. Eine andere Möglichkeit ist die Über-Kreuz-Versicherung, bei der jeder Partner den anderen versichert. Die dritte Variante besteht aus zwei separaten Verträgen, bei denen jeweils das eigene Leben versichert und der Partner als Begünstigter eingetragen wird. Hier kann allerdings Erbschaftsteuer anfallen, wenn bestimmte Freibeträge überschritten werden.

Die Kosten einer Risikolebensversicherung variieren je nach Todesfallsumme, Laufzeit, Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Beruf des Versicherten. Zusätzlich können auch risikoreiche Hobbys oder Nikotinkonsum den Beitrag erhöhen.

Es gibt auch Unterschiede in den Details der Verträge. Manche bieten beispielsweise eine Nachversicherungsgarantie, um die Summe später erhöhen zu können, oder ermöglichen eine Laufzeitverlängerung ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Die Verbrauchervereinigung Geld und Verbraucher (GVI) rät, bei Interesse an einer Risikolebensversicherung nicht zu zögern, da viele Versicherer das Alter zum 1. Januar hochsetzen, was sich auf die Prämienhöhe auswirken kann.

Es ist zudem essentiell, beim Abschluss der Versicherung alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß zu beantworten, um später im Versicherungsfall nicht von Kürzungen betroffen zu sein. Bei Unsicherheit über die eigene Gesundheitshistorie sollte man sich bei den behandelnden Ärzten informieren.

Die Laufzeit der Versicherung sollte so gewählt werden, dass sie den Zeitraum abdeckt, in dem der Partner auf das Einkommen angewiesen ist, etwa bis das Haus abbezahlt oder die Kinder finanziell unabhängig sind. Dennoch ist es möglich, die Versicherung während der Laufzeit zu kündigen oder beitragsfrei zu stellen.

Sollte der Todesfall während der Laufzeit der Versicherung eintreten, ist es wichtig, die Versicherung umgehend zu informieren, um Leistungskürzungen zu vermeiden.

Dieser Artikel basiert auf den Informationen von Angelika Mayr und Christoph Jänsch von der dpa, den Autoren des Originalartikels.

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