Burg Posterstein: Wiederaufbau des Nordflügels

In einer bemerkenswerten Initiative, die als das bedeutenste Bauvorhaben an der Burg Posterstein seit drei Jahrhunderten gilt, wird der vor etwa 70 Jahren abgerissene Nordflügel der Burg im Altenburger Land neu errichtet. Der symbolträchtige Grundstein für dieses Projekt wurde kürzlich gelegt und laut den Angaben des Landratsamtes sind für die Realisierung des Vorhabens rund vier Millionen Euro veranschlagt. Die thüringische Landesregierung trägt mit etwa 1,5 Millionen Euro zum Rohbau bei. Der Startschuss für die Bauarbeiten fiel bereits im Juli.

Der zerstörte Nordflügel, der ursprünglich 1724 vollendet wurde, hinterließ seit seinem Abriss im Jahr 1951 lediglich seine Grundmauern. Der Abriss erfolgte in einer Zeit wirtschaftlicher Umschwünge, nachdem das Rittergut, dem die Burg zugehörte, im Rahmen der Bodenreform 1946 enteignet wurde und die Steine des Flügels als Baumaterial für andere Konstruktionen genutzt wurden.

Bei der Rekonstruktion des Nordflügels wird besonderer Wert darauf gelegt, die historische Form zu bewahren. Zukünftig soll der neu errichtete Teil der Burg Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen bieten, aber auch für Depots, die für die Aufbewahrung von Kulturgütern benötigt werden.

Das Hauptgebäude der über 800 Jahre alten Burg beherbergt bereits ein Museum, das sich der Kulturgeschichte der Region widmet. Neben den ständigen Ausstellungen gibt es Sonderausstellungen und Angebote, die speziell für Kinder konzipiert sind. Ein Highlight im rekonstruierten Nordflügel wird der thematische Schwerpunkt auf der Europäischen Salonkultur vergangener Zeiten sein. Salons waren einst kulturelle Treffpunkte, bei denen sich Gäste zu musikalischen Darbietungen oder Lesungen zusammenfanden und Ideen austauschten.

Der Artikel stammt von dem Autor des Originalartikels aus dem dpa-Newskanal.

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