Explosion der Baukosten trifft Hotelbranche

Hotelbetriebe, die sich in der Planungs-, Realisierungs- oder Umbauphase befinden, müssen aktuell mit deutlich gestiegenen Baukosten kämpfen. Durch Lieferengpässe und ansteigende Rohstoffpreise wurde die Inflation stark angekurbelt, was zu einem Anstieg des Baupreis-Index von über 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2020 führte. Besonders bei Neu- und Umbauprojekten macht sich dieser Anstieg bemerkbar – so sind die Errichtungskosten pro Zimmer in einem 4-Sterne-Hotel in den letzten drei Jahren um circa 40 Prozent gestiegen. Auch wenn die Bautätigkeiten momentan stagnieren, hat dies bisher keinen signifikanten Einfluss auf die Baukosten.

Trotz guter Erlöse und Auslastung in den Sommermonaten konnte die Hotellerie das Betriebsergebnis der Vorjahre nicht erreichen oder halten. Dies führt zu einer verstärkten Vorsicht bei Banken, wenn es um die Finanzierung von Hotelimmobilien geht. Eine Kombination aus schwächeren Betriebsergebnissen, hohen Zinsen und weitgehend unveränderten Investitions- und Baukosten stellt für die kapitalintensive Dienstleistungsbranche eine Herausforderung dar, die es erschwert, die Qualitätsstandards zu wahren.

Angesichts dieser Entwicklungen hat die Prodinger Tourismusberatung die Investitionskennzahlen für die alpine Ferienhotellerie neu überprüft und an die Marktbedingungen angepasst. Das daraus resultierende „Investitions 1×1“ basiert auf den aktuellen Werten für Bau-, Einrichtungs- und Planungskosten aus etwa 50 Neu- und Umbauprojekten sowie aus den Erkenntnissen von Expertengesprächen.

Thomas Reisenzahn von Prodinger erläutert, dass diese Übersicht Investoren, Projektentwicklern und Hoteliers dabei unterstützen soll, ihre bevorstehenden Investitionen effektiv zu planen, um eine schnelle und risikoärmere Umsetzung zu gewährleisten. Er betont, dass neben Kostenüberschreitungen auch Funktionsmängel und eine mangelnde Marktkonformität zu den häufigsten Fehlern bei der Projektentwicklung zählen.

Die Ergebnisse des aktuellen Benchmarkvergleichs, der in Kooperation mit der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) durchgeführt wurde, stammen von Hotelentwicklungen der Prodinger Beratungsgruppe. Die genannten Werte dienen als Richtgrößen für individuelle Ferienhotels. – Dies sind Einsichten aus dem Originalartikel von Thomas Reisenzahn.

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